Palettenhersteller aus Bassum feiert 50-jähriges Firmenjubiläum

Bassum – Von Frank Jaursch. Es duftet süßlich-harzig nach frisch verarbeitetem Holz auf dem Acht-Hektar-Gelände an der Carl-Zeiss-Straße. Friedhelm Haase nimmt den Geruch schon nicht mehr wahr. Außer wenn ich nach ein paar Tagen Urlaub zurückkehre, dann riech ich es wieder, lächelt der Geschäftsführer der Palettenfabrik Bassum. Seit 37 Jahren ist der 59-Jährige im Betrieb: an der Spitze eines der größten Produzenten für Holzpaletten in ganz Europa. Das Bassumer Unternehmen besteht jetzt seit 50 Jahren.

Der Erfolg der Bassumer ist eng mit dem Erfolg der Europalette verknüpft: Diese genormte Mehrwegpalette, 120 mal 80 mal 14,4 Zentimeter groß, macht mittlerweile etwa 60 Prozent des gesamten Umsatzes aus.

Elf Bretter, neun Klötze und 78 Nägel sind alles, was man zur Produktion benötigt. In sechs bis zehn Sekunden, so Prokurist Heinrich Lehmkuhl, ist eine Palette hergestellt. Knapp acht Euro kostet ein Exemplar.
In diesem Jahr haben wir unsere 100-millionste Palette gebau, sagt Haase nicht ohne Stolz. Mit einer Jahresproduktion von mehr als fünf Millionen Paletten und 120 Mitarbeitern gehört der Betrieb europaweit zu den größten seiner Art.
Dabei begann alles ganz beschaulich. Die beiden Bassumer Lothar Lange und Wilhelm Schaffranick gründeten Anfang 1964 das Sägewerk Bassum. Auf 2300 Quadratmetern und mit sieben Mitarbeitern kam das Duo zunächst auf eine Palettenproduktion von gut 3000 Stück im Jahr.
1970 erhielt der Betrieb die Lizenz zur Herstellung von Europaletten. Mitbegründer Lothar Lange verstarb bereits 1972. Er erlebte den bemerkenswerten Aufstieg seines Unternehmens nicht mehr mit. Kompagnon Wilhelm Schaffranick aber gestaltete die Entwicklung maßgeblich mit – etwa 1977, als der Import von Schnittholz aus Portugal und Chile unter Dach und Fach gebracht wurde.
1989, im Jahr des 25-jährigen Bestehens, produzierte das Sägewerk schon 1,4 Millionen Paletten und kam mit 40 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 18 Millionen Euro. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs begann Schaffranick zudem in Osteuropa mit der Suche nach Partnern und Schnittholz-Lieferanten – und wurde fündig. Einige der Beziehungen bestehen bis heute.
Längst hatte Schaffranick in Friedhelm Haase einen Nachfolger gefunden. Im Jahr 2003 ging er in den Ruhestand. Aber seinen Schreibtisch hat er bis heute noch, und einen Schlüssel auch, lächelt Haase.
Der 59-jährige Twistringer machte den Betrieb noch größer: Hier ein strategischer Zukauf, dort die Erschließung neuer Märkte. Schon seit 1999 betreibt das Unternehmen ein Biomasse-Holzheizwerk mit Reststoffen aus der Produktion. Heute versorgen wir den kompletten Betrieb auf der Biomasse-Schiene, sagt Haase.
Die aktuellen Zahlen lesen sich beeindruckend:5,2 Millionen Paletten werden jährlich in Bassum produziert, die Fabrik kommt auf 52 Millionen Euro Umsatz. Im Umkreis von 300 Kilometern (mehr macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn) kommt die Palettenfabrik auf einen Marktanteil von gut und gerne 25 Prozent.
Wir sind stark genug, blickt Friedhelm Haase in die Zukunft, wir werden auch weiter wachsen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Und auch in Sachen Nachfolge sieht es gut aus für den Geschäftsführer und Firmeninhaber: Tochter Daniela und Sohn Sascha arbeiten schon am Unternehmenserfolg aktiv mit.

Quelle: http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/bassum-ort51127/palettenfabrik-bassum-feiert-diesem-jahr-50-jaehriges-bestehen-erfolgsmodell-europalette-4074809.html